Zu­wen­dun­gen statt Ge­halts­er­hö­hung

Von klei­ne­ren Ge­halts­er­hö­hun­gen bleibt häu­fig – je nach Steu­er­satz – herz­lich we­nig üb­rig. Ein Bei­spiel ge­fäl­lig?

Auf ein Ge­halt wer­den fol­gen­de Ab­ga­ben ge­zahlt: Zu­nächst zahlt der Ar­beit­ge­ber zu­sätz­lich zum aus­ge­zahl­ten Ge­halt 19,525% an die So­zi­al­ver­si­che­rung. Der Ar­beit­neh­mer muss vom Brut­to­ge­halt 20,425% Ar­beit­neh­mer­n­an­teil an die So­zi­al­ver­si­che­rung ab­füh­ren, hin­zu kom­men – je nach Steu­er­satz – bis zu 30% Steu­ern.
Mit schö­nen run­den Zah­len ge­rech­net er­ge­ben sich fol­gen­de Wer­te: bei ei­ner Ge­halts­er­hö­hung von 100 Euro zahlt der Ar­beit­ge­ber 120 Euro, nach al­len Ab­zü­gen er­hält der Ar­beit­neh­mer je­doch nur 50 Euro.

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Psy­chi­sche Ge­fähr­dungs­be­ur­tei­lung – nur Pflicht­er­fül­lung?

Seit 2013 sind psy­chi­sche Be­las­tun­gen am Ar­beits­platz im Ar­beits­schutz­ge­setz ver­an­kert. Da­mit ist je­der Un­ter­neh­mer dazu ver­pflich­tet, re­gel­mä­ßig eine Ge­fähr­dungs­be­ur­tei­lung psy­chi­scher Be­las­tun­gen am Ar­beits­platz durch­zu­füh­ren – und dar­aus ent­spre­chen­den Maß­nah­men ab­zu­lei­ten und um­zu­set­zen.
Ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben ist viel. Mir stellt sich also die Fra­ge: hat eine psy­chi­sche Ge­fähr­dungs­be­ur­tei­lung denn noch an­de­re Vor­tei­le als nur die Er­fül­lung von Pa­ra­gra­phen?

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Ar­beit 4.0 – Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen

Fle­xi­ble Ar­beits­zei­ten, Home Of­fice, agi­les Ar­bei­ten oder gar die Welt als Ar­beits­platz? Der Traum der gro­ßen Frei­heit ist auch in der Ar­beits­welt an­ge­kom­men und scheint zum Grei­fen nah.

Ar­beit 4.0 – so lau­tet der Ober­be­griff für die­se neu­en Ent­wick­lun­gen in der Ar­beits­welt und die Ge­stal­tungs­mög­lich­kei­ten von Ar­beit in der Zu­kunft, die erst durch den tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt mög­lich wur­den. Ob mo­bi­les, orts­un­ab­hän­gi­ges Ar­bei­ten über In­ter­net und Clouds, 3D-Dru­cker, Ro­bo­ter, die mit Men­schen zu­sam­men­ar­bei­ten oder zu­künf­tig Pro­duk­ti­ons­sys­te­me, die sich kom­plett ohne mensch­li­ches Zu­tun selbst or­ga­ni­sie­ren – die Mög­lich­kei­ten sind viel­fäl­tig.

Chan­cen – für Ar­beit­neh­mer und Un­ter­neh­men
Die neu­en Tech­no­lo­gi­en bie­ten eine Rei­he von Chan­cen – für Un­ter­neh­men und Ar­beit­neh­mer glei­cher­ma­ßen.
Für Ar­beit­neh­mer steht ganz klar die Fle­xi­bi­li­tät im Fo­kus. Wer es schafft, sich selbst gut zu or­ga­ni­sie­ren, Ar­beit und Pri­vat­le­ben zu tren­nen, da las­sen sich Fa­mi­lie, Frei­zeit und Be­ruf bes­ser mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren. Au­ßer­dem wird den Ar­beit­neh­mern so ein hö­he­res Maß an Selbst­be­stim­mung zu­ge­stan­den, was die­se oft als sehr mo­ti­vie­rend emp­fin­den.

Un­ter­neh­men pro­fi­tie­ren von schnel­len und ef­fi­zi­en­ten Ar­beits­ab­läu­fen und ge­rin­ge­ren Feh­ler­ra­ten. Be­son­ders schwe­re oder gleich­för­mi­ge Ar­bei­ten wer­den von Ro­bo­tern über­nom­men, die we­sent­lich schnel­ler und mit we­ni­ger Feh­lern und Aus­fall­zei­ten ar­bei­ten. Au­ßer­dem blei­ben Dienst­leis­tun­gen oft nicht mehr nur auf die Re­gi­on be­schränkt, son­dern kön­nen deutschland‑, eu­ro­pa- oder gar welt­weit er­bracht wer­den.

Kul­tur- und Struk­tur­wan­del der Ar­beits­welt
Die­sen ver­än­der­ten An­for­de­run­gen und Mög­lich­kei­ten zie­hen ei­nen Kul­tur- und Struk­tur­wan­del in der Ar­beits­welt nach sich. Auf Prä­sen­z­ar­beit und fes­te Ar­beits­zei­ten aus­ge­leg­te Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on und ‑struk­tu­ren kön­nen den neu­en, fle­xi­blen Ar­beits­mo­del­len kei­nen aus­rei­chend sta­bi­len Rah­men bie­ten. Für neue Ar­beits­for­men braucht es auch neue, in­di­vi­du­ell an­ge­pass­te Struk­tu­ren. So müs­sen bei­spiels­wei­se Mög­lich­kei­ten zum Da­ten­aus­tausch ge­ge­ben sein, Ter­min­ab­spra­chen schnell und fle­xi­bel durch­ge­führt wer­den kön­nen und si­cher­ge­stellt wer­den, dass je­der Mit­ar­bei­ter auf be­nö­tig­tes Wis­sen, bspw. zu ei­nem lau­fen­den Pro­jekt, Zu­griff hat.

Klei­ne Bü­ros wer­den zu­neh­mend durch Open Of­fice Struk­tu­ren er­setzt, um schnel­le­re Ab­spra­chen un­ter­ein­an­der zu er­mög­li­chen. Wer hier alle Mit­ar­bei­ter ein­fach nur ge­mein­sam in ei­nen gro­ßen Raum setzt, wird je­doch eher Nach­tei­le als Vor­tei­le von die­ser Lö­sung ha­ben. Te­le­fo­na­te, Ge­sprä­che un­ter­ein­an­der oder das Häm­mern des Kol­le­gen ne­ben­an auf die Tas­ta­tur stö­ren häu­fig die Kon­zen­tra­ti­on der an­de­ren Mit­ar­bei­ter. Auch in punc­to Raum­tem­pe­ra­tur und Be­lüf­tung hat je­der Mit­ar­bei­ter an­de­re Vor­lie­ben. Hier muss also si­cher­ge­stellt wer­den, dass die Mit­ar­bei­ter auf­ein­an­der Rück­sicht neh­men. Au­ßer­dem ist eine gute Schall­däm­mung es­sen­ti­ell, um den Ge­räusch­pe­gel mög­lichst nied­rig zu hal­ten. Be­währt ha­ben sich in­ner­halb ei­ner sol­chen Open Of­fice Struk­tur auch ab­schließ­ba­re, schall­iso­lier­te Con­tai­ner, um Pha­sen des kon­zen­trier­ten Ar­bei­tens oder ver­trau­li­che Ge­sprä­che zu er­mög­li­chen.

Her­aus­for­de­run­gen be­geg­nen und Ri­si­ken mi­ni­mie­ren
Ne­ben or­ga­ni­sa­to­ri­schen Än­de­run­gen ste­hen Un­ter­neh­men, die ih­ren Mit­ar­bei­tern mo­bi­les und fle­xi­bles Ar­bei­ten er­mög­li­chen, vor wei­te­ren Her­aus­for­de­run­gen:

Ganz oben steht der Punkt der Da­ten­si­cher­heit. Beim mo­bi­len Ar­bei­ten muss si­cher­ge­stellt sein, dass die be­ar­bei­te­ten Da­ten auch bei mög­li­chem Ver­lust oder Be­schä­di­gung der End­ge­rä­te noch vor­han­den und von Drit­ten nicht ein­seh­bar sind.

Auch der Zu­sam­men­halt im Team be­darf be­son­de­rer Auf­merk­sam­keit. Die Mit­ar­bei­ter se­hen sich sel­te­ner, per­sön­li­che Kon­tak­te be­schrän­ken sich häu­fig auf ein Mi­ni­mum. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on wird schwie­ri­ger, da Men­schen nicht nur ver­bal, son­dern auch durch Kör­per­hal­tung und Mi­mik kom­mu­ni­zie­ren. Die­ser Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nal fällt je­doch bei Te­le­fo­nie und dem Schrei­ben von E‑Mails kom­plett weg, selbst bei Vi­deo­kon­fe­ren­zen ist die vi­su­el­le Wahr­neh­mung ein­ge­schränkt.

Au­ßer­dem müs­sen Ar­beit­ge­ber ih­ren Mit­ar­bei­tern ei­nen Ver­trau­ens­vor­schuss ge­ben: bei Prä­sen­z­ar­beit be­stehen un­mit­tel­bar deut­lich mehr Mög­lich­kei­ten zur Kon­trol­le der Mit­ar­bei­ter. Für orts­un­ab­hän­gi­ges Ar­bei­ten bie­ten Ziel­ver­ein­ba­run­gen mit re­la­tiv kur­zen Zeit­räu­men ein gu­tes Kon­troll­in­stru­ment.

Für die Mit­ar­bei­ter kann sich der Vor­teil der Work-Life-Ba­lan­ce zum Nach­teil ent­wi­ckeln, wenn die­se nicht in der Lage sind, ihre Ar­beit sinn­voll selbst zu struk­tu­rie­ren und Be­ruf und Pri­vat­le­ben gut von­ein­an­der zu tren­nen. Oder eben sinn­voll mit­ein­an­der zu ver­we­ben, je nach per­sön­li­cher Vor­lie­be. Die meis­ten Mit­ar­bei­ter wer­den sich zu­nächst an die neu­en Frei­hei­ten ge­wöh­nen und ei­nen gu­ten Um­gang da­mit ler­nen müs­sen – und Un­ter­neh­men tun si­cher­lich gut dar­an, sie da­bei zu un­ter­stüt­zen.

Freu­de an der Ar­beit = Er­folg

Freu­de oder auch Spaß an der Ar­beit – das schließt sich für vie­le im­mer noch aus. Im End­ef­fekt muss et­was ge­schafft oder er­reicht wer­den, um am Mo­nats­en­de Geld zu ver­die­nen. Der in mir her­vor­ge­ru­fe­ne Druck zur Leis­tung hat mich jah­re­lang an­ge­trie­ben. Es ging dar­um, zu funk­tio­nie­ren, Zie­le und Zah­len zu er­fül­len. Doch ir­gend­wie fühl­te es sich für mich nie stim­mig an. Ich blieb als Mensch auf der Stre­cke und muss­te das „mensch­li­che“, das Mit­ein­an­der in mei­ner Ar­beit oft hin­ten­an­stel­len.

Heu­te ist es an­ders. Ich habe ein Un­ter­neh­men ge­fun­den, das mich als Per­son mit mei­nen Stär­ken und Schwä­chen sieht. Vor al­lem aber ist es das Ver­trau­en in mei­ne Ent­wick­lung und dar­in, dass sich Ge­duld, Of­fen­heit und Lern­be­reit­schaft aus­zahlt. Heu­te sind Le­sen und Ler­nen fes­te Be­stand­tei­le mei­ner Ar­beit. Ich tue dies nicht für mei­ne Che­fin oder das Un­ter­neh­men selbst, son­dern in ers­ter Li­nie für mich. Für mein Ge­fühl, et­was Wert­vol­les an an­de­re wei­ter­ge­ben zu kön­nen. Mei­ne Auf­ga­ben sind her­aus­for­dernd und ma­chen mir Freu­de. Sie spor­nen mich an, mehr über mei­ne Per­sön­lich­keit zu er­fah­ren. Mit die­ser Be­geis­te­rung, die­sem Bren­nen fürs Gro­ße und Gan­ze tra­ge ich zum Un­ter­neh­mens­er­folg bei.

Mei­ne Ar­beit kann ich zeit­lich und ört­lich frei or­ga­ni­sie­ren. Ein Ver­trau­ens­vor­schuss, der mein Tun eben­so be­flü­gelt. Und ja, es gibt na­tür­lich auch Zei­ten, wenn die Ar­beit we­ni­ger Freu­de macht. Wenn et­was ein­fach mal ge­macht wer­den muss. Das ge­hört dazu und bringt mich nicht von mei­nem Weg ab. Es ist ein Stück Le­bens­qua­li­tät, die ich für mich er­schaf­fen habe. Ein Frei­raum, den mei­ne Fa­mi­lie und ich nicht mehr mis­sen möch­ten. Et­was, was sich leicht an­fühlt. Manch­mal mer­ke ich gar nicht, wie bei der Ar­beit die Zeit ver­geht. Ich kann so vie­les auch für mich und mein Le­ben nut­zen, so­dass die­se strik­te Tren­nung von Be­ruf und Frei­zeit hin­fäl­lig wird.

Die­ser Text soll kei­ne Lo­bes­hym­ne für mei­ne Füh­rungs­kraft oder Che­fin sein, son­dern auf­zei­gen, dass es geht und dass es Ar­beit­ge­ber gibt, die Er­folg an­ders de­fi­nie­ren. Die ei­nen als Mensch fest im Blick ha­ben und mit Ver­trau­en füh­ren.