All­ge­mei­ne Ge­schäfts­be­din­gun­gen für Steu­er­be­ra­ter, Steu­er­be­voll­mäch­tig­te und Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaf­ten
Stand Mai 2018
Die fol­gen­den „All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen gel­ten für Ver­trä­ge zwi­schen Steu­er­be­ra­tern, Steu­er­be­voll­mäch­tig­ten und Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaf­ten (im Fol­gen­den „Steu­er­be­ra­ter“ ge­nannt) und ih­ren Auf­trag­ge­ber, so­weit nicht et­was an­de­res aus­drück­lich in Text­form ver­ein­bart oder ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben ist.
1. Um­fang und Aus­füh­rung des Auf­trags
(1) Für den Um­fang der vom Steu­er­be­ra­ter zu er­brin­gen­den Leis­tun­gen ist der er­teil­te Auf­trag maß­ge­bend. Der Auf­trag wird nach den Grund­sät­zen ord­nungs­ge­mä­ßer Be­rufs­aus­übung un­ter Be­ach­tung der ein­schlä­gi­gen be­rufs­recht­li­chen Nor­men und der Be­rufs­pflich­ten (vgl. StBerG, BOStB) aus­ge­führt.
(2) Die Be­rück­sich­ti­gung aus­län­di­schen Rechts be­darf ei­ner aus­drück­li­chen Ver­ein­ba­rung im Text­form.
(3) Än­dert sich die Rechts­la­ge nach ab­schlie­ßen­der Er­le­di­gung ei­ner An­ge­le­gen­heit, so ist der Steu­er­be­ra­ter nicht ver­pflich­tet, den Auf­trag­ge­ber auf die Än­de­rung oder die sich dar­aus er­ge­ben­den Fol­gen hin­zu­wei­sen.
(4) Die Prü­fung der Rich­tig­keit, Voll­stän­dig­keit und Ord­nungs­mä­ßig­keit der dem Steu­er­be­ra­ter über­ge­be­nen Un­ter­la­gen und Zah­len, ins­be­son­de­re der Buch­füh­rung und Bi­lanz, ge­hört nur zum Auf­trag, wenn dies in Text­form ver­ein­bart ist. Der Steu­er­be­ra­ter wird die vom Auf­trag­ge­ber ge­mach­ten An­ga­ben, ins­be­son­de­re Zah­len­an­ga­ben, als rich­tig zu Grun­de le­gen. So­weit er of­fen­sicht­li­che Un­rich­tig­kei­ten fest­stellt, ist er ver­pflich­tet, dar­auf hin­zu­wei­sen.
(5) Der Auf­trag stellt kei­ne Voll­macht für die Ver­tre­tung vor Be­hör­den, Ge­rich­ten und sons­ti­gen Stel­len dar. Sie ist ge­son­dert zu er­tei­len. Ist we­gen der Ab­we­sen­heit des Auf­trag­ge­bers eine Ab­stim­mung mit die­sem über die Ein­le­gung von Rechts­be­hel­fen oder Rechts­mit­teln nicht mög­lich, ist der Steu­er­be­ra­ter im Zwei­fel zu frist­wah­ren­den Hand­lun­gen be­rech­tigt und ver­pflich­tet.
2. Ver­schwie­gen­heits­pflicht
(1) Der Steu­er­be­ra­ter ist nach Maß­ga­be der Ge­set­ze ver­pflich­tet, über alle Tat­sa­chen, die ihm im Zu­sam­men­hang mit der Aus­füh­rung des Auf­trags zur Kennt­nis ge­lan­gen, Still­schwei­gen zu be­wah­ren, es sei denn, der Auf­trag­ge­ber ent­bin­det ihn von die­ser Ver­pflich­tung. Die Ver­schwie­gen­heits­pflicht be­steht auch nach Be­en­di­gung des Ver­trags­ver­hält­nis­ses fort. Die Ver­schwie­gen­heits­pflicht be­steht im glei­chen Um­fang auch für die Mit­ar­bei­ter des Steu­er­be­ra­ters.
(2) Die Ver­schwie­gen­heits­pflicht be­steht nicht, so­weit die Of­fen­le­gung zur Wah­rung be­rech­tig­ter In­ter­es­sen des Steu­er­be­ra­ters er­for­der­lich ist. Der Steu­er­be­ra­ter ist auch in­so­weit von der Ver­schwie­gen­heits­pflicht ent­bun­den, als er nach den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen sei­ner Be­rufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung zur In­for­ma­ti­on und Mit­wir­kung ver­pflich­tet ist.
(3) Ge­setz­li­che Aus­kunfts- und Aus­sa­ge­ver­wei­ge­rungs­rech­te nach § 102 AO, § 53 StPO und § 383 ZPO blei­ben un­be­rührt.
(4) Der Steu­er­be­ra­ter ist von der Ver­schwie­gen­heits­pflicht ent­bun­den, so­weit dies zur Durch­füh­rung ei­nes Zer­ti­fi­zie­rungs­au­dits in der Kanz­lei des Steu­er­be­ra­ters er­for­der­lich ist und in die in­so­weit tä­ti­gen Per­so­nen ih­rer­seits über ihre Ver­schwie­gen­heits­pflicht be­lehrt wor­den sind. Der Auf­trag­ge­ber er­klärt sich da­mit ein­ver­stan­den, dass durch den Zertifizierer/Auditor Ein­sicht in sei­ne – vom Steu­er­be­ra­ter an­ge­leg­te und ge­führ­te – Hand­ak­te ge­nom­men wird.
3. Mit­wir­kung Drit­ter
Der Steu­er­be­ra­ter ist be­rech­tigt, zur Aus­füh­rung des Auf­trags Mit­ar­bei­ter (Er­fül­lungs­ge­hil­fen), fach­kun­di­ge Drit­te (z.B. wei­te­re Steu­er­be­ra­ter, Wirt­schafts­prü­fer, Rechts­an­wäl­te) so­wie da­ten­ver­ar­bei­ten­de Un­ter­neh­men her­an­zu­zie­hen, so­weit der Auf­trag­ge­ber dem vor­her schrift­lich zu­ge­stimmt hat. Bei der Her­an­zie­hung fach­kun­di­ger Drit­ter und da­ten­ver­ar­bei­ten­der Un­ter­neh­men hat der Steu­er­be­ra­ter da­für zu sor­gen, dass die­se sich zur Ver­schwie­gen­heit ent­spre­chend Ziff. 2 Abs. 1 ver­pflich­tet, so­weit die­se nicht be­reits auf­grund be­rufs­recht­li­cher Vor­schrif­ten zur Ver­schwie­gen­heit ver­pflich­tet sind. Der Steu­er­be­ra­ter haf­tet für sei­ne Mit­ar­bei­ter ge­mäß § 278 BGB. Er haf­tet nicht für die Leis­tung fach­kun­di­ger Drit­ter oder da­ten­ver­ar­bei­ten­der Un­ter­neh­men; bei die­sen han­delt es sich haf­tungs­recht­lich nicht um Er­fül­lungs­ge­hil­fen des Steu­er­be­ra­ters. Zwi­schen die­sen und dem Auf­trag­ge­ber wer­den je­weils ge­son­der­te Ver­trags­ver­hält­nis­se mit ent­spre­chen­den haf­tungs­recht­li­chen Re­ge­lun­gen be­grün­det. Hat der Steu­er­be­ra­ter die Be­zie­hung ei­nes von ihm na­ment­lich be­nann­ten fach­kun­di­gen Drit­ten oder da­ten­ver­ar­bei­ten­den Un­ter­neh­men an­ge­regt, so haf­tet er le­dig­lich für eine ord­nungs­ge­mä­ße Aus­wahl die­ser.
4. Elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on, Da­ten­schut­z¹
(1) Der Steu­er­be­ra­ter ist be­rech­tigt, per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten des Auf­trag­ge­bers im Rah­men der er­teil­ten Auf­trä­ge ma­schi­nell zu er­he­ben und in ei­ner au­to­ma­ti­sier­ten Da­tei zu ver­ar­bei­ten oder ei­nem Dienst­leis­tungs­re­chen­zen­trum zur wei­te­ren Auf­trags­ver­ar­bei­tung zu über­tra­gen.
(2) Der Steu­er­be­ra­ter ist be­rech­tigt, in Er­fül­lung sei­ner Pflich­ten nach der ADSGVO und dem Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz ei­nen Be­auf­trag­ten für den Da­ten­schutz zu be­stel­len. So­fern die­ser Be­auf­trag­te für den Da­ten­schutz nicht be­reits nach Ziff. 2 Abs. 1 Satz 3 der Ver­schwie­gen­heits­pflicht un­ter­liegt, hat der Steu­er­be­ra­ter da­für Sor­ge zu tra­gen, dass der Be­auf­trag­te für den Da­ten­schutz sich mit Auf­nah­me sei­ner Tä­tig­keit zu Wah­rung des Da­ten­ge­heim­nis­ses ver­pflich­tet.
(3) So­weit der Auf­trag­ge­ber mit dem Steu­er­be­ra­ter die Kom­mu­ni­ka­ti­on per Te­le­fax­an­schluss oder über eine E-Mail-Adres­se wünscht, hat der Auf­trag­ge­ber sich an den Kos­ten zur Ein­rich­tung und Auf­recht­erhal­tung des Ein­sat­zes von Si­gna­tur­ver­fah­ren und Ver­schlüs­se­lungs­ver­fah­ren des Steu­er­be­ra­ters (bspw. Zur An­schaf­fung und Ein­rich­tung not­wen­di­ger Soft- bzw. Hard­ware) zu be­tei­li­gen.
5. Män­gel­be­sei­ti­gung
(1) Der Auf­trag­ge­ber hat An­spruch auf Be­sei­ti­gung et­wai­ger Män­gel. Dem Steu­er­be­ra­ter ist Ge­le­gen­heit zur Nach­bes­se­rung zu ge­ben. Der Auf­trag­ge­ber hat das Recht – wenn und so­weit es sich bei dem Man­dat um ei­nen Dienst­ver­trag i.S.d. § § 611, 675 BGB han­delt -, die Nach­bes­se­rung durch den Steu­er­be­ra­ter ab­zu­leh­nen, wenn das Man­dat durch den Auf­trag­ge­ber be­en­det und der Man­gel erst nach wirk­sa­mer Be­en­di­gung des Man­dats fest­ge­stellt wird.
(2) Be­sei­tigt der Steu­er­be­ra­ter die gel­tend ge­mach­ten Män­gel nicht in­ner­halb ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist oder lehnt er die Män­gel­be­sei­ti­gung ab, so kann der Auf­trag­ge­ber auf Kos­ten des Steu­er­be­ra­ters die Män­gel durch ei­nen an­de­ren Steu­er­be­ra­ter be­sei­ti­gen las­sen, bzw. nach sei­ner Wahl Her­ab­set­zung der Ver­gü­tung oder Rück­gän­gig­ma­chung des Ver­trags ver­lan­gen.
(3) Of­fen­ba­re Un­rich­tig­kei­ten (z. B. Schreib­feh­ler, Re­chen­feh­ler) kön­nen vom Steu­er­be­ra­ter je­der­zeit auch Drit­ten ge­gen­über be­rich­tigt wer­den. Sons­ti­ge Män­gel darf der Steu­er­be­ra­ter Drit­ten ge­gen­über mit Ein­wil­li­gung des Auf­trag­ge­bers be­rich­ti­gen. Die Ein­wil­li­gung ist nicht er­for­der­lich, wenn be­rech­tig­te In­ter­es­sen des Steu­er­be­ra­ters den In­ter­es­sen­des Auf­trag­ge­bers vor­ge­hen.
6. Haf­tung
(1) Die Haf­tung des Steu­er­be­ra­ters und sei­ner Er­fül­lungs­ge­hil­fen für ei­nen Scha­den, der aus ei­ner oder – bei ein­heit­li­cher Scha­dens­fol­ge – aus meh­re­ren Pflicht­ver­let­zun­gen an­läss­lich der Er­fül­lung ei­nes Auf­trags re­sul­tiert, wird auf 250 000 EUR be­grenzt. Die Haf­tungs­be­gren­zung be­zieht sich al­lein auf Fahr­läs­sig­keit. Die Haf­tung für Vor­satz bleibt in­so­weit un­be­rührt. Von der Haf­tungs­be­gren­zung aus­ge­nom­men sind Haf­tungs­an­sprü­che für Schä­den aus der Ver­let­zung des Le­bens, des Kör­pers oder der Ge­sund­heit. Die Haf­tungs­be­gren­zung gilt für die ge­sam­te Tä­tig­keit des Steu­er­be­ra­ters für den Auf­trag­ge­ber, also ins­be­son­de­re auch für eine Aus­wei­tung des Auf­trags­in­halts; ei­ner er­neu­ten Ver­ein­ba­rung der Haf­tungs­be­gren­zung be­darf es in­so­weit nicht. Die Haf­tungs­be­gren­zung gilt auch bei Bil­dung ei­ner Sozietät/Partnerschaft und Über­nah­me des Auf­trags durch die Sozietät/Partnerschaft so­wie neu in die Sozietät/Partnerschaft ein­tre­ten­de Sozien/Partner. Die Haf­tungs­be­gren­zung gilt fer­ner auch ge­gen­über Drit­ten, so­weit die­se in den Schutz­be­reich des Man­dats­ver­hält­nis­ses fal­len; § 334 BGB wird in­so­weit aus­drück­lich nicht ab­be­dun­gen. Ein­zel­ver­trag­li­che Haf­tungs­be­gren­zungs­ver­ein­ba­run­gen ge­hen die­ser Re­ge­lung vor, las­sen die Wirk­sam­keit die­ser Re­ge­lung je­doch – so­weit nicht aus­drück­lich an­ders ge­re­gelt – un­be­rührt.
(2) Die Haf­tungs­be­gren­zung gilt, wenn ent­spre­chend ho­her Ver­si­che­rungs­schutz be­stan­den hat, rück­wir­kend von Be­ginn des Man­dats­ver­hält­nis­ses bzw. dem Zeit­punkt der Hö­hen­ver­si­che­rung an und er­streckt sich, wenn der Auf­trags­um­fang nach­träg­lich ge­än­dert oder er­wei­tert wird, auch auf die­se Fäl­le.
(3) Die in den Ab­sät­zen 1 und 2 ge­trof­fe­nen Re­ge­lun­gen gel­ten auch ge­gen­über an­de­ren Per­so­nen als dem Auf­trag­ge­ber, so­weit aus­nahms­wei­se im Ein­zel­fall ver­trag­li­che Be­zie­hun­gen auch zwi­schen dem Steu­er­be­ra­ter und die­sen Per­so­nen be­grün­det wer­den.
7. Pflich­ten des Auf­trag­ge­bers
(1) Der Auf­trag­ge­ber ist zur Mit­wir­kung ver­pflich­tet, so­weit es zur ord­nungs­ge­mä­ßen Er­le­di­gung des Auf­trags er­for­der­lich ist. Ins­be­son­de­re hat er dem Steu­er­be­ra­ter un­auf­ge­for­dert alle für die Aus­füh­rung des Auf­trags not­wen­di­gen Un­ter­la­gen voll­stän­dig und so recht­zei­tig zu über­ge­ben, dass dem Steu­er­be­ra­ter eine an­ge­mes­se­ne Be­ar­bei­tungs­zeit zur Ver­fü­gung steht. Ent­spre­chen­des gilt für die Un­ter­rich­tung über alle Vor­gän­ge und Um­stän­de, die für die Aus­füh­rung des Auf­trags von Be­deu­tung sein kön­nen. Der Man­dant ist ver­pflich­tet, alle schrift­li­chen und münd­li­chen Mit­tei­lun­gen des Steu­er­be­ra­ters zur Kennt­nis zu neh­men und bei Zwei­fels­fra­gen Rück­spra­che zu hal­ten.
(2) Der Auf­trag­ge­ber hat al­les zu un­ter­las­sen, was die Un­ab­hän­gig­keit des Steu­er­be­ra­ters oder sei­ner Er­fül­lungs­ge­hil­fen be­ein­träch­ti­gen könn­te.
(3) Der Auf­trag­ge­ber ver­pflich­tet sich, Ar­beits­er­geb­nis­se des Steu­er­be­ra­ters nur mit des­sen schrift­li­cher Ein­wil­li­gung wei­ter­zu­ge­ben, so­weit sich nicht be­reits aus dem Auf­trags­in­halt die Ein­wil­li­gung zur Wei­ter­ga­be an ei­nen be­stimm­ten Drit­ten er­gibt.
(4) Setzt der Steu­er­be­ra­ter beim Auf­trag­ge­ber in des­sen Räu­men Da­ten­ver­ar­bei­tungs-pro­gram­me ein, so ist der Auf­trag­ge­ber ver­pflich­tet, den Hin­wei­sen des Steu­er­be­ra­ters zur In­stal­la­ti­on und An­wen­dung der Pro­gram­me nach­zu­kom­men. Des Wei­te­ren ist der Auf­trag­ge­ber ver­pflich­tet und be­rech­tigt, die Pro­gram­me nur in dem vom Steu­er­be­ra­ter vor­ge­schrie­be­nen Um­fang zu ver­viel­fäl­ti­gen. Der Auf­trag­ge­ber darf die Pro­gram­me nicht ver­brei­ten. Der Steu­er­be­ra­ter bleibt In­ha­ber der Nut­zungs­rech­te. Der Auf­trag­ge­ber hat al­les zu un­ter­las­sen, was der Aus­übung der Nut­zungs­rech­te an den Pro­gram­men durch den Steu­er­be­ra­ter ent­ge­gen­steht.
8. Un­ter­las­se­ne Mit­wir­kung und An­nah­me­ver­zug des Auf­trag­ge­bers
Un­ter­lässt der Auf­trag­ge­ber eine ihm nach § 6 oder sons­ti­ge ob­lie­gen­de Mit­wir­kung oder kommt er mit der An­nah­me der vom Steu­er­be­ra­ter an­ge­bo­te­nen Leis­tung in Ver­zug, so ist der Steu­er­be­ra­ter be­rech­tigt, eine an­ge­mes­se­ne Frist mit der Er­klä­rung zu be­stim­men, dass er die Fort­set­zung des Ver­trags nach Ab­lauf der Frist ab­lehnt. Nach er­folg­lo­sem Ab­lauf der Frist darf der Steu­er­be­ra­ter den Ver­trag frist­los kün­di­gen (vgl. Nr. 10 Abs. 3). Un­be­rührt bleibt der An­spruch des Steu­er­be­ra­ters auf Er­satz der ihm durch den Ver­zug oder die un­ter­las­se­ne Mit­wir­kung des Auf­trag­ge­bers ent­stan­de­nen Mehr­auf­wen­dun­gen so­wie des ver­ur­sach­ten Scha­dens, und zwar auch dann, wenn der Steu­er­be­ra­ter von dem Kün­di­gungs­recht kei­nen Ge­brauch macht.
9. Da­ten­schutz
(1) Die Ver­trags­part­ner wer­den die je­weils an­wend­ba­ren da­ten­schutz­recht­li­chen Be­stim­mun­gen be­ach­ten und ent­spre­chend Art. 32 Abs. 4 DSGVO Maß­nah­men er­grei­fen, um si­cher­zu­stel­len, dass ih­nen un­ter­stell­te Per­so­nen per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten nur auf An­wei­sung des Ver­ant­wort­li­chen ver­ar­bei­ten.
(2) Ver­ar­bei­tet und über­mit­telt der Auf­trag­ge­ber per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten an den Steu­er­be­ra­ter, so steht er da­für ein, dass er dazu nach den an­wend­ba­ren, insb. da­ten­schutz­recht­li­chen Be­stim­mun­gen be­rech­tigt ist. Folgt die Be­rech­ti­gung aus ei­ner Ein­wil­li­gung des Be­trof­fe­nen, so stellt der Auf­trag­ge­ber dem Steu­er­be­ra­ter den Nach­weis der Ein­wil­li­gung auf Ver­lan­gen un­ver­züg­lich zur Ver­fü­gung. Der Auf­trag­ge­ber kann mit dem Steu­er­be­ra­ter Maß­nah­men zur Da­ten­si­che­rung ver­ein­ba­ren und es die­sem er­mög­li­chen, sich über die Ein­hal­tung die­ser Ver­ein­ba­run­gen zu in­for­mie­ren.
Im Fal­le ei­nes Ver­sto­ßes stellt der Auf­trag­ge­ber den Steu­er­be­ra­ter von An­sprü­chen Drit­ter frei.
(3) So­fern die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Auf­trags­ver­ar­bei­tung (Art. 28 DSGVO) vor­lie­gen, gel­ten die fol­gen­den Be­stim­mun­gen:
1. Der Steu­er­be­ra­ter ver­ar­bei­tet per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten nur auf do­ku­men­tier­te Wei­sung des Auf­trag­ge­bers. Der Auf­trag­ge­ber ist im Rah­men die­ser Auf­trags­ver­ar­bei­tung für die Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen der Da­ten­schutz­ge­set­ze, ins­be­son­de­re für die Recht­mä­ßig­keit der Da­ten­wei­ter­ga­be an den Steu­er­be­ra­ter, so­wie für die Recht­mä­ßig­keit der Da­ten­ver­ar­bei­tung al­lein ver­ant­wort­lich (»Ver­ant­wort­li­cher« im Sin­ne des Art. 4 Nr. 7 DSGVO).
2. Den Steu­er­be­ra­ter tref­fen im Rah­men der Auf­trags­ver­ar­bei­tung die fol­gen­den Pflich­ten:
a) Der Steu­er­be­ra­ter wird in sei­nem Ver­ant­wor­tungs­be­reich die in­ner­be­trieb­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on so ge­stal­ten, dass sie den be­son­de­ren An­for­de­run­gen des Da­ten­schut­zes ge­recht wird. Er wird tech­ni­sche und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men zum an­ge­mes­se­nen Schutz der Da­ten des Auf­trag­ge­bers tref­fen, die den An­for­de­run­gen der Da­ten­schutz-Grund­ver­ord­nung (Art. 32 DSGVO) ge­nü­gen. Der Steu­er­be­ra­ter hat tech­ni­sche und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men zu tref­fen, die die Ver­trau­lich­keit, In­te­gri­tät, Ver­füg­bar­keit und Be­last­bar­keit der Sys­te­me und Diens­te im Zu­sam­men­hang mit der Ver­ar­bei­tung auf Dau­er si­cher­stel­len. Der Auf­trag­ge­ber trägt die Ver­ant­wor­tung da­für, dass die­se für die Ri­si­ken der zu ver­ar­bei­ten­den Da­ten ein an­ge­mes­se­nes Schutz­ni­veau bie­ten. Der Steu­er­be­ra­ter ge­währ­leis­tet, ein Ver­fah­ren zur re­gel­mä­ßi­gen Über­prü­fung der Wirk­sam­keit der tech­ni­schen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Maß­nah­men zur Ge­währ­leis­tung der Si­cher­heit der Ver­ar­bei­tung ein­zu­set­zen (Art. 32 Abs. 1 lit. d) DSGVO).
b) Der Steu­er­be­ra­ter ge­währ­leis­tet, dass es den mit der Ver­ar­bei­tung der Da­ten des Auf­trag­ge­bers be­fass­ten Mit­ar­bei­tern und an­de­ren für den Steu­er­be­ra­ter tä­ti­gen Per­so­nen un­ter­sagt ist, die Da­ten au­ßer­halb der Wei­sung zu ver­ar­bei­ten. Fer­ner ge­währ­leis­tet der Steu­er­be­ra­ter, dass sich die zur Ver­ar­bei­tung der per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten be­fug­ten Per­so­nen zur Ver­trau­lich­keit ver­pflich­tet ha­ben oder ei­ner an­ge­mes­se­nen ge­setz­li­chen Ver­schwie­gen­heits­pflicht un­ter­lie­gen. Die Ver­trau­lich­keits-/Ver­schwie­gen­heits­pflicht be­steht auch nach Be­en­di­gung des Ver­trags­ver­hält­nis­ses fort.
c) Der Steu­er­be­ra­ter nennt dem Auf­trag­ge­ber ei­nen An­sprech­part­ner für im Rah­men des Ver­tra­ges an­fal­len­de Da­ten­schutz­fra­gen.
d) Nach Ende des Ver­trags­ver­hält­nis­ses kann der Auf­trag­ge­ber die Über­ga­be der ver­trags­ge­gen­ständ­li­chen Da­ten ver­lan­gen. Ver­gü­tung und Schutz­maß­nah­men hier­zu sind ge­son­dert zu ver­ein­ba­ren, so­fern nicht im Ver­trag be­reits ver­ein­bart.
e) Im Fal­le ei­ner In­an­spruch­nah­me des Auf­trag­ge­bers durch eine be­trof­fe­ne Per­son hin­sicht­lich et­wai­ger An­sprü­che nach Art. 82 DSGVO, ver­pflich­tet sich der Steu­er­be­ra­ter den Auf­trag­ge­ber bei der Ab­wehr des An­spru­ches im Rah­men sei­ner Mög­lich­kei­ten zu un­ter­stüt­zen.
3. Den Auf­trag­ge­ber tref­fen im Rah­men der Auf­trags­ver­ar­bei­tung die fol­gen­den Pflich­ten:
a) Der Auf­trag­ge­ber hat den Steu­er­be­ra­ter un­ver­züg­lich und voll­stän­dig zu in­for­mie­ren, wenn er in den Auf­trags­er­geb­nis­sen Feh­ler oder Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten bzgl. da­ten­schutz-recht­li­cher Be­stim­mun­gen fest­stellt.
b) Im Fal­le ei­ner In­an­spruch­nah­me des Auf­trag­ge­bers durch eine be­trof­fe­ne Per­son hin­sicht­lich et­wai­ger An­sprü­che nach Art. 82 DSGVO, gilt § 8 Abs. 3 Nr. 2e ent­spre­chend.
c) Der Auf­trag­ge­ber nennt dem Steu­er­be­ra­ter den An­sprech­part­ner für im Rah­men des Ver­tra­ges an­fal­len­de Da­ten­schutz­fra­gen.
4. Wen­det sich eine be­trof­fe­ne Per­son mit For­de­run­gen zur Be­rich­ti­gung Lö­schung oder Aus­kunft an den Steu­er­be­ra­ter, wird der Steu­er­be­ra­ter die be­trof­fe­ne Per­son an den Auf­trag­ge­ber ver­wei­sen, so­fern eine Zu­ord­nung an den Auf­trag­ge­ber nach An­ga­ben der be­trof­fe­nen Per­son mög­lich ist und lei­tet den An­trag der be­trof­fe­nen Per­son un­ver­züg­lich an den Auf­trag­ge­ber wei­ter. Der Steu­er­be­ra­ter haf­tet nicht, wenn das Er­su­chen der be­trof­fe­nen Per­son vom Auf­trag­ge­ber nicht, nicht rich­tig oder nicht frist­ge­recht be­ant­wor­tet wird.
5. Der Steu­er­be­ra­ter weist dem Auf­trag­ge­ber die Ein­hal­tung der in die­sem Ver­trag nie­der­ge­leg­ten Pflich­ten mit ge­eig­ne­ten Mit­teln nach.
6. Soll­ten im Ein­zel­fall In­spek­tio­nen durch den Auf­trag­ge­ber oder ei­nen von die­sem be­auf­trag­ten Prü­fer er­for­der­lich sein, wer­den die­se zu den üb­li­chen Ge­schäfts­zei­ten ohne Stö­rung des Be­triebs­ab­laufs nach An­mel­dung un­ter Be­rück­sich­ti­gung ei­ner an­ge­mes­se­nen Vor­lauf­zeit durch­ge­führt. Der Steu­er­be­ra­ter darf die­se von der vor­he­ri­gen An­mel­dung mit an­ge­mes­se­ner Vor­lauf­zeit und von der Un­ter­zeich­nung ei­ner Ver­schwie­gen­heits­er­klä­rung hin­sicht­lich der Da­ten an­de­rer Kun­den und der ein­ge­rich­te­ten tech­ni­schen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Maß­nah­men ab­hän­gig ma­chen. Soll­te der durch den Auf­trag­ge­ber be­auf­trag­te Prü­fer in ei­nem Wett­be­werbs­ver­hält­nis zu dem Steu­er­be­ra­ter ste­hen, hat der Steu­er­be­ra­ter ge­gen die­sen ein Ein­spruchs­recht.
Für die Un­ter­stüt­zung bei der Durch­füh­rung ei­ner In­spek­ti­on darf der Steu­er­be­ra­ter eine Ver­gü­tung ver­lan­gen, wenn dies zu­vor ver­ein­bart ist. Der Auf­wand ei­ner In­spek­ti­on ist für den Steu­er­be­ra­ter grund­sätz­lich auf ei­nen Tag pro Ka­len­der­jahr be­grenzt.
10. Be­mes­sung der Ver­gü­tung
(1) Der Auf­trag­ge­ber wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass statt der ge­setz­li­chen Ge­büh­ren in Text­form eine hö­he­re oder nied­ri­ge­re Ge­bühr ver­ein­bart wer­den kann. (Hin­weis nach § 4 Abs. 4 StBVV). Wird kei­ne ab­wei­chen­de Ver­ein­ba­rung ge­trof­fen, be­misst sich die Ver­gü­tung (Ge­büh­ren und Aus­la­gen­er­satz) des Steu­er­be­ra­ters für sei­ne Be­rufs­tä­tig­keit nach § 33 StBerG.
(2) Für Tä­tig­kei­ten, die in der Ver­gü­tungs­ver­ord­nung oder der Ver­ein­ba­rung kei­ne Re­ge­lung er­fah­ren, gilt die üb­li­che Ver­gü­tung (§ 612 Abs. 2 und § 632 Abs. 2 BGB).
(3) Eine Auf­rech­nung ge­gen­über ei­nem Ver­gü­tungs­an­spruch des Steu­er­be­ra­ters ist nur mit un­be­strit­te­nen oder rechts­kräf­tig fest­ge­stell­ten For­de­run­gen zu­läs­sig.
11. Vor­schuss
(1) Für be­reits ent­stan­de­ne und die vor­aus­sicht­lich ent­ste­hen­den Ge­büh­ren und Aus­la­gen kann der Steu­er­be­ra­ter ei­nen Vor­schuss for­dern.
(2) Wird der ein­ge­for­der­te Vor­schuss nicht ge­zahlt, kann der Steu­er­be­ra­ter nach vor­he­ri­ger An­kün­di­gung sei­ne wei­te­re Tä­tig­keit für den Man­dan­ten ein­stel­len, bis der Vor­schuss ein­geht. Der Steu­er­be­ra­ter ist ver­pflich­tet, sei­ne Ab­sicht, die Tä­tig­keit ein­zu­stel­len, dem Man­dan­ten recht­zei­tig be­kannt zu ge­ben, wenn dem Auf­trag­ge­ber Nach­tei­le aus ei­ner Ein­stel­lung der Tä­tig­keit er­wach­sen kön­nen.
12. Be­en­di­gung des Ver­trags
(1) Der Ver­trag en­det durch Er­fül­lung der ver­ein­bar­ten Leis­tun­gen, durch Ab­lauf der ver­ein­bar­ten Lauf­zeit oder durch Kün­di­gung. Der Ver­trag en­det nicht durch den Tod, durch den Ein­tritt der Ge­schäfts­un­fä­hig­keit des Auf­trag­ge­bers oder im Fal­le ei­ner Ge­sell­schaft durch de­ren Auf­lö­sung.
(2) Der Ver­trag kann – wenn und so­weit er ei­nen Dienst­ver­trag im Sin­ne der § 611, § 675 BGB dar­stellt – von je­dem Ver­trags­part­ner au­ßer­or­dent­lich nach Maß­ga­be des § 627 BGB ge­kün­digt wer­den; die Kün­di­gung hat schrift­lich zu er­fol­gen. So­weit im Ein­zel­fall hier­von ab­ge­wi­chen wer­den soll, be­darf es ei­ner schrift­li­chen Ver­ein­ba­rung, die ge­son­dert zu er­stel­len ist und dem Auf­trag­ge­ber aus­ge­hän­digt wer­den soll.
(3) Bei Kün­di­gung des Ver­trags durch den Steu­er­be­ra­ter sind zur Ver­mei­dung von Rechts­ver­lus­ten des Auf­trag­ge­bers in je­dem Fall noch die­je­ni­gen Hand­lun­gen vor­zu­neh­men, die zu­mut­bar sind und kei­nen Auf­schub dul­den (z. B. Frist­ver­län­ge­rungs­an­trag bei dro­hen­dem Frist­ab­lauf). Auch für die­se Hand­lun­gen haf­tet der Steu­er­be­ra­ter nach § 5.
(4) Der Steu­er­be­ra­ter ist ver­pflich­tet, dem Auf­trag­ge­ber al­les, was er zur Aus­füh­rung des Auf­trags er­hält oder er­hal­ten hat und was er aus der Ge­schäfts­be­sor­gung er­langt, her­aus­zu­ge­ben. Au­ßer­dem ist der Steu­er­be­ra­ter ver­pflich­tet, dem Auf­trag­ge­ber die er­for­der­li­chen Nach­rich­ten zu ge­ben, auf Ver­lan­gen über den Stand der An­ge­le­gen­heit Aus­kunft zu er­tei­len und Re­chen­schaft ab­zu­le­gen.
(5) Mit Be­en­di­gung des Ver­trags hat der Auf­trag­ge­ber dem Steu­er­be­ra­ter die bei ihm zur Aus­füh­rung des Auf­trags ein­ge­setz­ten Da­ten­ver­ar­bei­tungs­pro­gram­me ein­schließ­lich an­ge­fer­tig­ter Ko­pi­en so­wie sons­ti­ge Pro­gramm­un­ter­la­gen un­ver­züg­lich her­aus­zu­ge­ben bzw. von der Fest­plat­te zu lö­schen.
(6) Nach Be­en­di­gung des Man­dats­ver­hält­nis­ses sind die Un­ter­la­gen beim Steu­er­be­ra­ter ab­zu­ho­len.
13. Ver­gü­tungs­an­spruch bei vor­zei­ti­ger Be­en­di­gung des Ver­trags
En­det der Auf­trag vor sei­ner voll­stän­di­gen Aus­füh­rung, so rich­tet sich der Ver­gü­tungs­an­spruch des Steu­er­be­ra­ters nach dem Ge­setz. So­weit im Ein­zel­fall hier­von ab­ge­wi­chen wer­den soll, be­darf es ei­ner schrift­li­chen Ver­ein­ba­rung, die ge­son­dert zu er­stel­len ist und dem Auf­trag­ge­ber aus­ge­hän­digt wer­den soll.
14. Hand­ak­ten, Ar­beits­er­geb­nis­se, Zu­rück­be­hal­tungs­rech­te
(1) Der Steu­er­be­ra­ter hat die Hand­ak­ten auf die Dau­er von zehn Jah­ren nach Be­en­di­gung des Auf­trags auf­zu­be­wah­ren. Die­se Ver­pflich­tung er­lischt je­doch schon vor Be­en­di­gung die­ses Zeit­raums, wenn der Steu­er­be­ra­ter den Auf­trag­ge­ber schrift­lich auf­ge­for­dert hat, die Hand­ak­ten in Emp­fang zu neh­men, und der Auf­trag­ge­ber die­ser Auf­for­de­rung bin­nen sechs Mo­na­ten, nach­dem er sie er­hal­ten hat, nicht nach­ge­kom­men ist.
(2) Zu den Hand­ak­ten im Sin­ne die­ser Vor­schrift ge­hö­ren alle Schrift­stü­cke, die der Steu­er­be­ra­ter aus An­lass sei­ner be­ruf­li­chen Tä­tig­keit von dem Auf­trag­ge­ber oder für ihn er­hal­ten hat. Dies gilt je­doch nicht für den Brief­wech­sel zwi­schen dem Steu­er­be­ra­ter und sei­nem Auf­trag­ge­ber und für die Schrift­stü­cke, die die­ser be­reits in Ur­schrift oder Ab­schrift er­hal­ten hat, so­wie für die zu in­ter­nen Zwe­cken ge­fer­tig­ten Ar­beits­pa­pie­re.
(3) Auf An­for­de­rung des Auf­trag­ge­bers, spä­tes­tens nach Be­en­di­gung des Auf­trags, hat der Steu­er­be­ra­ter dem Auf­trag­ge­ber die Hand­ak­ten in­ner­halb ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist her­aus­zu­ge­ben. Der Steu­er­be­ra­ter kann von Un­ter­la­gen, die er an den Auf­trag­ge­ber zu­rück­gibt, Ab­schrif­ten oder Fo­to­ko­pi­en an­fer­ti­gen und zu­rück­be­hal­ten.
(4) Der Steu­er­be­ra­ter kann die Her­aus­ga­be sei­ner Ar­beits­er­geb­nis­se und der Hand­ak­ten ver­wei­gern, bis er we­gen sei­ner Ge­büh­ren und Aus­la­gen be­frie­digt ist. Dies gilt nicht, so­weit die Zu­rück­be­hal­tung nach den Um­stän­den, ins­be­son­de­re we­gen ver­hält­nis­mä­ßi­ger Ge­ring­fü­gig­keit der ge­schul­de­ten Be­trä­ge, ge­gen Treu und Glau­ben ver­sto­ßen wür­de. Bis zur Be­sei­ti­gung vom Auf­trag­ge­ber recht­zei­tig gel­tend ge­mach­ter Män­gel ist der Auf­trag­ge­ber zur Zu­rück­be­hal­tung ei­nes an­ge­mes­se­nen Teils der Ver­gü­tung be­rech­tigt.
15. In­for­ma­ti­on nach dem Ver­brau­cher­streit­bei­le­gungs­ge­setz
Wir sind ge­setz­lich nicht ver­pflich­tet und auch nicht frei­wil­lig dazu be­reit, an ei­nem Streit­bei­le­gungs­ver­fah­ren teil­zu­neh­men.
16. An­zu­wen­den­des Recht und Er­fül­lungs­ort
(1) Für den Auf­trag, sei­ne Aus­füh­rung und die sich hier­aus er­ge­ben­den An­sprü­che gilt nur deut­sches Recht.
(2) Er­fül­lungs­ort ist der Ort der be­ruf­li­chen Nie­der­las­sung bzw. der Ort der wei­te­ren Be­ra­tungs­stel­le, wenn der Auf­trag­ge­ber Kauf­mann ist.
17. Wirk­sam­keit bei Teil­nich­tig­keit, Än­de­run­gen und Er­gän­zun­gen
Falls ein­zel­ne Be­stim­mun­gen die­ser Auf­trags­be­din­gun­gen un­wirk­sam sein oder wer­den soll­ten, wird die Wirk­sam­keit der üb­ri­gen Be­stim­mun­gen da­durch nicht be­rührt. Die un­wirk­sa­me Be­stim­mung ist durch eine gül­ti­ge zu er­set­zen, die dem an­ge­streb­ten Ziel mög­lichst na­he­kommt. Än­de­run­gen und Er­gän­zun­gen die­ser Auf­trags­be­din­gun­gen be­dür­fen der Schrift­form.

¹Zur Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten muss zu­dem eine Rechts­grund­la­ge aus Art. 6 DSGVO ein­schlä­gig sein. Die­ser zählt die Rechts­grund­la­gen recht­mä­ßi­ger Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten le­dig­lich auf. Der Steu­er­be­ra­ter muss au­ßer­dem die In­for­ma­ti­ons­pflich­ten gem. Art. 13 oder 14 DSGVO durch Über­mitt­lung zu­sätz­li­cher In­for­ma­tio­nen er­fül­len. Hier­zu sind die Hin­wei­se und Er­läu­te­run­gen im Hin­weis­blatt zu den da­ten­schutz­recht­li­chen Vor­dru­cken zu be­ach­ten.