Ein Steu­er­be­ra­ter ist ne­ben Wirt­schafts­prü­fern, Rechts­an­wäl­ten und ver­ei­dig­ten Buch­prü­fern als Ein­zi­ger dazu be­rech­tigt, Steu­er­be­ra­tung in ih­rer Ge­samt­heit an­zu­bie­ten.
Steu­er­be­ra­tung ist de­fi­niert als die „ge­schäfts­mä­ßi­ge Hil­fe­leis­tung in Steu­er­sa­chen“ (StBerG) und um­fasst die Be­ra­tung und recht­li­che Ver­tre­tung des Man­dan­ten in steu­er­li­chen Be­lan­gen. Au­ßer­dem sind be­triebs­wirt­schaft­li­che Be­ra­tung und die Be­ar­bei­tung steu­er­li­cher Pflich­ten wich­ti­ge Be­stand­tei­le die­ses Tä­tig­keits­be­reichs.

Was macht ein Steu­er­be­ra­ter?

Der Steu­er­be­ra­ter ist Ex­per­te auf dem Ge­biet des äu­ßerst kom­ple­xen und sich stän­dig wan­deln­den Steu­er­rechts. Da die Märk­te im­mer in­ter­na­tio­na­ler wer­den sind die­se Kennt­nis­se längst nicht mehr nur auf das deut­sche Steu­er­recht be­schränkt. Der Steu­er­be­ra­ter muss auch mit eu­ro­päi­schen und in­ter­na­tio­na­len Steu­er­re­ge­lun­gen ver­traut sein.

Die Tä­tig­keits­be­rei­che ei­nes Steu­er­be­ra­ters sind:

  • Steu­er­de­kla­ra­ti­on
  • In die­sen Be­reich fal­len das Er­stel­len be­nö­tig­ter Steu­er­erklä­run­gen (Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung, Kör­per­schafts­steu­er­erklä­rung, Ge­wer­be­steu­er­erklä­rung, Um­satz­steu­er­erklä­rung ) und Steu­er­an­mel­dun­gen (Lohn­steu­er, Ka­pi­tal­ertrags­steu­er, Um­satz­steu­er­vor­anmel­dung).
  • Steu­er­ge­stal­tung und -op­ti­mie­rung
  • Das Ziel ist es hier, durch op­ti­ma­le Un­ter­neh­mens­ge­stal­tung und -pla­nung die Steu­er­last zu ver­rin­gern. Wel­che Un­ter­neh­mens­form ist die güns­tigs­te? Wer­den be­reits alle Spar­ef­fek­te ge­nutzt? Wer­den steu­er­li­che Vor­tei­le al­ler Lohn­be­stand­tei­le aus­ge­nutzt? Die­se und vie­le an­de­re Fra­gen sind zu be­ant­wor­ten, um die viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten zur Steu­er­erspar­nis voll­stän­dig aus­zu­nut­zen.
  • Steu­er­recht­li­che Be­ra­tung und Steu­er­durch­set­zung
  • Der Steu­er­be­ra­ter ver­tritt sei­ne Man­dan­ten so­wohl bei au­ßer­ge­richt­li­chen als auch bei ge­richt­li­chen Ver­fah­ren mit der Fi­nanz­ver­wal­tung. Au­ßer­dem darf er Be­triebs­prü­fun­gen und an­de­re re­gel­mä­ßig wie­der­keh­ren­de Prü­fun­gen (durch das Fi­nanz­amt, die Be­rufs­ge­nos­sen­schaft oder die So­zi­al­ver­si­che­rung) be­glei­ten.
  • Be­triebs­wirt­schaft­li­che Be­ra­tung / Un­ter­neh­mens­be­ra­tung
  • Im Rah­men der Be­triebs­wirt­schaft­li­chen Be­ra­tung wird eine Viel­zahl an The­men­be­rei­chen be­trach­tet, wie z.B.: Auf­bau- und Ab­lauf­or­ga­ni­sa­ti­on, (Arbeits-)Prozessanalyse, Un­ter­neh­mens­kon­zep­ti­on, Mar­ke­ting, Fi­nan­zie­rung, Kos­ten- und Leis­tungs­rech­nung, Con­trol­ling etc. Ziel hier­bei ist im­mer, das Un­ter­neh­men noch wirt­schaft­li­cher und er­folg­rei­cher zu ma­chen.
  • Na­tio­na­le und in­ter­na­tio­na­le Rech­nungs­le­gung
  • Zur Rech­nungs­le­gung ge­hört die Un­ter­stüt­zung bei der Fi­nanz­buch­hal­tung (Ein­rich­ten der Fi­nanz­buch­hal­tung, Kon­tie­ren und Bu­chen der Ge­schäfts­vor­fäl­le, An­la­gen­buch­hal­tung, be­triebs­wirt­schaft­li­che Aus­wer­tun­gen, Kos­ten­rech­nun­gen), der Lohn­buch­hal­tung und der Bi­lan­zie­rung (Jah­res­ab­schlüs­se, Ein­nah­me-Über­schuss-Rech­nun­gen, Son­der­bi­lan­zen).
  • Frei­wil­li­ge und ge­setz­li­che Prü­fun­gen
  • Die­se sind be­schränkt auf Un­ter­neh­men klei­ner und mitt­le­rer Grö­ße. Zur Prü­fung gro­ßer Un­ter­neh­men ist al­lein der Wirt­schafts­prü­fer be­rech­tigt.

Wel­che Vor­aus­set­zun­gen muss ein Steu­er­be­ra­ter er­fül­len?

So wie das Ex­amen zum Wirt­schafts­prü­fer zählt auch das zum Steu­er­be­ra­ter als eine der schwers­ten Prü­fun­gen im deut­schen Bil­dungs­sys­tem. Um zur Prü­fung zu­ge­las­sen zu wer­den muss ein an­ge­hen­der Steu­er­be­ra­ter fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len:

  • Wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­ches Stu­di­um und 2 (bei 8 Se­mes­tern Re­gel­stu­di­en­zeit) bzw. 3 (bei 6 Se­mes­tern Re­gel­stu­di­en­zeit) Jah­re Be­rufs­er­fah­rung oder
  • Steu­er­fach­an­ge­stell­ter (o.ä. Aus­bil­dung) und 10 Jah­re Be­rufs­er­fah­rung, bei Wei­ter­bil­dung zum Steu­er­fach­wirt oder Bi­lanz­buch­hal­ter: 7 Jah­re Be­rufs­er­fah­rung
  • kei­ner­lei Vor­stra­fen
  • ge­ord­ne­te Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se
  • fes­ter Wohn­sitz

Im Ex­amen selbst muss der Prüf­ling um­fas­sen­des Wis­sen aus fol­gen­den Be­rei­chen un­ter Be­weis stel­len:

  • Er­trags­steu­er­recht
  • Bi­lanz­steu­er­recht
  • Be­rufs­recht
  • Ver­fah­rens­recht

Wel­che Kos­ten kom­men auf mich zu?

Die Steu­er­be­ra­ter­ver­gü­tungs­ver­ord­nung legt Re­geln und Ge­büh­ren­in­ter­val­le fest, nach de­nen die Steu­er­be­ra­ter­ge­büh­ren be­rech­net wer­den. Die Ge­büh­ren rich­ten sich nach dem Ge­gen­stands­wert und der er­brach­ten Leis­tung.

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