Die Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung ist die schrift­li­che Er­klä­rung über die Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se und dient so­mit als Grund­la­ge für die Ein­kom­men­steu­er. Die­se ist die Steu­er, die na­tür­li­che Per­so­nen, also Sie und wir nach ih­rem zu ver­steu­ern­den Jah­res­ein­kom­men zu ent­rich­ten ha­ben. Das Aus­fül­len der For­mu­la­re er­folgt in der Re­gel on­line über Els­ter. Die Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung be­steht aus di­ver­sen An­la­gen, je­doch gilt das vier­sei­ti­ge Haupt­for­mu­lar als Pflicht.

Die wich­tigs­ten An­la­gen für Sie im Über­blick:

  • Die An­la­ge Vor­sor­ge­auf­wand wird fast in je­dem Fall aus­zu­fül­len sein, da hier die Bei­trä­ge zur Al­ters­vor­sor­ge, zur üb­ri­gen So­zi­al­ver­si­che­rung und zur ge­setz­li­chen und pri­va­ten Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung gel­tend ge­macht wer­den.
  • Die AV An­la­ge (Al­ters­vor­sor­ge) ist bei dem An­bie­ter der Ver­si­che­rung zu be­an­tra­gen. Dar­über hin­aus kann mit der Ab­ga­be der AV An­la­ge ein zu­sätz­li­cher Son­der­aus­ga­ben­ab­zug gel­tend ge­macht wer­den.
  • Die An­la­ge Un­ter­halt er­fasst Un­ter­halts­zah­lun­gen an be­dürf­ti­ge Per­so­nen in Höhe von bis zu 8.652 Euro jähr­lich. Lebt die un­ter­stütz­te Per­son nicht im In­land, kön­nen Auf­wen­dun­gen nur ab­ge­zo­gen wer­den, so­weit sie nach den Ver­hält­nis­sen des Wohn­sitz­staa­tes not­wen­dig und an­ge­mes­sen sind.
  • Die An­la­ge Kind dient als Leis­tungs­aus­gleich zwi­schen Kin­der­frei­be­trag und Kin­der­geld. Mit der An­la­ge Kind kön­nen auch Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten als Son­der­aus­ga­ben gel­tend ge­macht wer­den.
  • Die An­la­ge G dient dazu, ge­werb­li­che Ein­künf­te und be­stimm­te Ver­äu­ße­rungs­ge­win­ne ge­gen­über der Fi­nanz­ver­wal­tung zu er­klä­ren. Für je­den Ehe­gat­ten mit ge­werb­li­chen Ein­künf­ten ist eine ge­son­der­te An­la­ge G ab­zu­ge­ben.
  • Die An­la­ge S dient dazu, Ein­künf­te aus selb­stän­di­ger Ar­beit i.S.d. § 18 EStG zu er­klä­ren. Für je­den Ehe­gat­ten mit selb­stän­di­gen Ein­künf­ten ist eine ge­son­der­te An­la­ge S ab­zu­ge­ben.
  • Die An­la­ge EÜR ist ab­zu­ge­ben, wenn der der Steu­er­pflich­ti­ge sei­nen Ge­winn aus Ge­wer­be­be­trieb bzw. aus selb­stän­di­ger Ar­beit durch Ein­nah­men­über­schuss­rech­nung er­mit­telt.
  • Die An­la­ge N ist vor­ge­se­hen für An­ga­ben über den Ar­beits­lohn ein­schließ­lich für Aus­lands­tä­tig­keit und die ent­spre­chen­den Wer­bungs­kos­ten dazu. Je­der Ehegatte/Lebenspartner hat sei­ne An­ga­ben in ei­ner ei­ge­nen An­la­ge N zu ma­chen.
  • In der An­la­ge V sind Ein­künf­te aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung zu er­klä­ren. Da­bei ist zu be­ach­ten, dass für je­des Ver­mie­tungs­ob­jekt eine ei­ge­ne An­la­ge V zu er­stel­len ist. Steht das Ver­mie­tungs­ob­jekt im Ei­gen­tum von Ehegatten/Lebenspartnern, sind die auf der ge­mein­sa­men An­la­ge V er­mit­tel­ten Ein­künf­te in der Zei­le 24 auf die Ehegatten/Lebenspartner auf­zu­tei­len.
  • Die An­la­ge R dient dazu, steu­er­pflich­ti­ge Ren­ten­ein­künf­te zu er­klä­ren. Zu­sam­men­ver­an­lag­te Ehegatten/Lebenspartner, die bei­de Ren­ten­ein­künf­te be­zie­hen, ha­ben je­weils eine ei­ge­ne An­la­ge R aus­zu­fül­len. Ei­ni­ge Ar­ten von Ren­ten sind in vol­lem Um­fang steu­er­frei wie z.B. Ren­ten aus der ge­setz­li­chen Un­fall­ver­si­che­rung, Kriegs- und Schwer­be­schä­dig­ten­ren­ten, so­wie Geld­ren­ten, die als Wie­der­gut­ma­chung er­lit­te­nen na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen oder DDR-Un­rechts ge­leis­tet wer­den.
  • Die An­la­ge SO dient dazu, sons­ti­ge Ein­künf­te i.S.d. § 22 EStG, die nicht be­reits in der An­la­ge R zu be­rück­sich­ti­gen sind, zu er­klä­ren. Dar­un­ter fal­len z.B. Aus­gleichs­leis­tun­gen zur Ver­mei­dung ei­nes Ver­sor­gungs­aus­gleichs, Un­ter­halts­leis­tun­gen, Ein­künf­te aus sons­ti­gen Leis­tun­gen i.S.d. § 22 Nr. 3 EStG und Ein­künf­te aus pri­va­ten Ver­äu­ße­rungs­ge­schäf­ten i.S.d. § 23 EStG.
  • Die An­la­ge AUS dient dazu, aus­län­di­sche Quel­len­steu­ern, die auf aus­län­di­sche Ein­künf­te ent­fal­len, die im In­land steu­er­pflich­tig sind, auf die deut­sche Ein­kom­men­steu­er an­zu­rech­nen. Da­bei wird da­von aus­ge­gan­gen, dass die Ein­künf­te auch in den üb­ri­gen An­la­gen (An­la­ge G,L,R,S,SO,V) ent­hal­ten sind und im Quel­len­staat nach dor­ti­gem Recht be­steu­ert wer­den.

Wel­che Ab­ga­be­fris­ten gel­ten für Sie?

Im Fall, dass sie selbst Ihre Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung ma­chen, ist die­se für das Ka­len­der­jahr 2017 bis zum 31. Mai 2018 ein­zu­rei­chen. Frist­ver­län­ge­run­gen sind mög­lich. Falls Sie durch ei­nen Steu­er­be­ra­ter ver­tre­ten wer­den, ver­län­gert sich die­se Frist für Sie au­to­ma­tisch bis zum 31. De­zem­ber 2018. Durch das Steu­er­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz ver­län­gern sich die­se Fris­ten ab 2019: für die­je­ni­gen, die selbst ihre Steu­er­erklä­rung er­stel­len gilt der 31.Juli als Ab­ga­be­ter­min. Wer sich vom Steu­er­be­ra­ter be­ra­ten lässt pro­fi­tiert umso mehr da­von – der Stich­tag ist der 28.Februar oder 29. Fe­bru­ar in Schalt­jah­ren.

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